Projektbeschreibung

Das Verbundprojekt setzt sich zum Ziel, Musikobjekte der populären Kultur in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart in ihrer technikgeschichtlichen und konsumästhetischen Vielgestaltigkeit zu erschließen und ihre Funktionen und Bedeutungen innerhalb sich wandelnder soziokultureller Konstellationen zu verstehen. Dies umfasst drei Objektgruppen: elektronische Musikinstrumente und Schlagzeugset, Tonträger und auditive Wiedergabegeräte.

Der Projektansatz und die Forschungsmethode

Das Projekt folgt einem kulturwissenschaftlichen Ansatz, demzufolge die
Rolle und die Bedeutungen der Objekte in ihrem jeweiligen kulturellen
und historischen Kontext in den Blick genommen und interpretiert
werden. Die zu erwartenden Forschungsergebnisse werden über drei
methodische Zugänge erzielt: die interpretative Beschreibung der
Musikobjekte, die Sichtung zeitgenössischer Texte zu den Objekten und
ihren Gebrauchsweisen sowie die Durchführung und Auswertung von
Zeitzeugeninterviews mit Herstellern, Musikern und Sammlern. Aus den
Forschungsergebnissen werden Konzepte für eine kulturwissenschaftliche
Analyse von Musikobjekten, für ihre archivalische Dokumentation sowie
für ihre museale Präsentation entwickelt.

 (Foto: Dmack101)

Die Teilprojekte

Generatoren des Sounds. Musikproduktion im gesellschaftlichen Wandel

Ziel dieses Teilprojektes ist die Historiografie von ausgewählten Musikobjekten der Musikproduktion sowie des Umgangs mit ihnen, anhand derer sich kulturelle und historisch relevante Soundparadigmen ablesen lassen. Damit konzentriert sich die Untersuchung am rock’n’popmuseum auf den Bereich der Klangproduktion und die Definition des Verwertungszusammenhangs der Objekte. Neben Instrumenten und Schallwandlern zählen hierzu Techniken der Signalverarbeitung mit dem Ziel der Schallmanipulation bzw. -kollektion (Mischpulte, Effektgeräte, Sampler). Zusätzlich fallen virtuelle „Objekte“ in Form von Software zur Signalbearbeitung an der Digital Audio Workstation in diese Objektgruppe.

Das Projekt ist am rock’n’popmuseum Gronau angesiedelt. Zuständige Forscher: Dr. Thomas Mania, Alan van Keeken.

Speichern und Sammeln. Tonträger als Musikspeicher und Sammelobjekte im gesellschaftlichen Wandel

Das Teilprojekt verfolgt das Ziel, Tonträger und Tonträgersammlungen hinsichtlich der an sie gebundenen Erlebnis- und Bedeutungspotenziale zu untersuchen. Die Fixierung von Musik in Tonträgerobjekten und die hieran anknüpfenden Möglichkeiten des Besitzens und Sammelns haben zu kulturgeschichtlich neuen Umgangsweisen mit Musik geführt. Die hiermit verbundenen Fragestellungen richten sich auf die Materialität und Multimedialität (Klang, Bild, Text, haptische Qualitäten) verschiedener Tonträgerarten (Schallplatte, Tonband, Kassette, CD, Audiodateien), den neuen kulturellen Typus des Tonträgersammlers, die zunehmende Institutionalisierung von Tonträgersammlungen im Untersuchungszeitraum sowie die Individualisierung von Tonträgern durch verschiedene Arten der Eigenproduktion.

Das Projekt ist an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar angesiedelt. Zuständige Forscher: Prof. Dr. Martin Pfleiderer, Dr. Laura Niebling.

Apparate des Erlebens. Musikbezogene Wiedergabegeräte im gesellschaftlichen Wandel

Das Teilprojekt setzt sich zum Ziel, die in Deutschland nach 1945 zugänglichen musikbezogenen Wiedergabegeräte technik- und designgeschichtlich zu erschließen und hinsichtlich ihrer Erlebnispotenziale zu untersuchen. Die zentralen Fragestellungen, die sich hieran anschließen, sind: In welchem Faktorenkomplex entstehen Soundparadigmen? Wie werden die Instrumentarien in den Lebensvollzug integriert? Welche Wahrnehmungsmuster existieren in Bezug auf medial induzierte Höranlässe? Welche Spezialdiskurse entstehen entlang der Nutzung der fraglichen Instrumentarien?

Das Projekt ist am Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Universität Freiburg angesiedelt. Zuständige Forscher: PD Dr. Christofer Jost, Benjamin Burkhart.

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